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MEHR ALS ZEHN JAHRE VON TIERQUÄLEREI UND SEXUELLEM MISSBRAUCH

Nach diversen Hinweisen aus der Nachbarschaft und Beschwerden wegen Lärmbelästigungen gingen wir am 1.8.1998 diesem Fall nach. Wir hörten von der dauerhaften Anwesenheit vieler Tiere in einem geschlossenen, nur 3 mal 4 Meter großem Raum. Bewohnt wurde der Raum von einem schwer geistig verwirrten Mann. Er lebte in ihm zum Zeitpunkt der Untersuchung bereits seit zehn Jahren.
Vier Tage später kehrten wir mit Mitarbeitern der Bürgerhilfspolizei PAC und der städtischen Hundefänger an diesen Ort zurück. Dabei kamen gravierend Verhaltensdefekte des beschuldigten Mannes ans Tageslicht. In dem Raum wurden z.B. keinerlei Küchenutensilien oder andere Haushaltsgeräte gefunden. Der Boden war mit einer zehn bis 15 cm hohen Fäkalschicht, die sich im Laufe der Jahre angesammelt hatte, bedeckt. Die 15 Hunde, die aus dem Raum geborgen werden konnten, zeigten übelste Wunden, die besonders im Anal- und Vaginalbereich einen sexuellen Missbrauch bewiesen. Der Bewohner des Zimmers schlug, verbrannte, quälte und vergewaltigte die Tiere auf die übelste Art und Weise. Eines der Tiere stand bei unserer Rettungsaktion so unter Stress, dass es einem Herzinfarkt erlag.
Bei der juristischen Aufarbeitung des vorgefallenen zeigte sich eines der größten Probleme des Tierschutzes in Bolivien, dass Tiere nämlich häufig nur als Objekte, nicht allerdings als Lebewesen mit Rechten, gesehen werden. Lebewesen, die genauso wie wir Hunger, Durst und Schmerz fühlen. Ein Gesetz, das dies regelt, ist seit langem überfällig.

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