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von Archievement

2007Pet Adoptathon

Pet Adoptathon








ÜBERSCHWEMMUNGSKATASTROPHE 2006 


Bolivien, Tiefland Richtung Brasilien, im Januar 2006.

Not macht erfinderisch. Und vor allem solidarisch. Wie sonst könnte man verstehen, dass ein Hund, eine Katze und ein Huhn 10 Tage lang gemeinsam auf dem Dach einer Basthütte überleben, ohne Nahrung, in einem mannshoch überschwemmten Dorf?
Zuerst, im Dezember, fing die Rengenzeit an wie immer in Santa Cruz.
Santa Cruz ist ein Bundesland in Bolivien, hat etwa die Größe Deutschlands, ist von Regenwald und Savannen bedeckt und hat nur 2 Millionen Einwohner. Durch eine sehr lang andauernde Regenzeit kam es zu katastrophalen Überschwemmungen, die etwa einhunderttausend Hektar teils über Wochen betrafen. Über 10.000 Familien des ländlichen Santa Cruz waren davon betroffen. Menschen starben wenige, deshalb gab es darüber auch keine Informationen in den deutschen Medien. Aber tausende von Kleinbauern verloren Hab und Gut, was vor allem Tiere, Kühe, Schweine, Hühner, aber auch Hunde und Katzen betraf.
Not macht erfinderisch. Und vor allem solidarisch. Wie sonst könnte man verstehen, dass ein Hund, eine Katze und ein Huhn 10 Tage lang gemeinsam auf dem Dach einer Basthütte überleben, ohne Nahrung, in einem mannshoch überschwemmten Dorf?

 

Zuerst, im Dezember, fing die Rengenzeit an wie immer in Santa Cruz.
Santa Cruz ist ein Bundesland in Bolivien, hat etwa die Größe Deutschlands, ist von Regenwald und Savannen bedeckt und hat nur 2 Millionen Einwohner. Durch eine sehr lang andauernde Regenzeit kam es zu katastrophalen Überschwemmungen, die etwa einhunderttausend Hektar teils über Wochen betrafen. Über 10.000 Familien des ländlichen Santa Cruz waren davon betroffen. Menschen starben wenige, deshalb gab es darüber auch keine Informationen in den deutschen Medien. Aber tausende von Kleinbauern verloren Hab und Gut, was vor allem Tiere, Kühe, Schweine, Hühner, aber auch Hunde und Katzen betraf.
Da bei den Evakuierungen der Regierung die Menschenleben an erster Stelle standen, wurden Tiere teils komplett vernachlässigt. Das war aber auch aus der Sicht der Kleinbauern, nicht nur aus der Sicht eines Tierschützers, mittelfristig fatal: Bei einem Landstrich, dessen Bewohner sich eben nur dank ihrer Haustiere über Wasser halten können.
Vier unserer Mitarbeiter, drei Ehrenamtliche und eine unserer Tierärztinnen, verbrachten ein knappes Monat im Katastrophengebiet und organisierten Rettungsaktionen. Ganze Dörfer wurden von den herannahenden Fluten richtiggehend geschluckt und entsprechend Hals über Kopf verlassen. Nach der Rettung der Menschenleben  arbeitete sich Animales S.O.S. gemeinsam mit weiteren Helfern vor Ort in die Dörfer vor, teils im Boot, teils stundenlang im Wasser watend. Tiere wurden zusammen getrieben, Kühe, Schweine und Esel weg transportiert. Mache Hunde warteten seit 20 Tagen auf dem Dach ihres Besitzers ohne Nahrung auf Rettung. Auch wenn sich bei solch einer Katastrophe das Retten von  Haustieren vielleicht gefühlsdusselig anhört: Bolivien ist eines der Länder mit dem höchsten Raten an auch für den Menschen gefährlichen Tierkrankheiten und Tierparasiten. Überschwemmungen und Ausbruch von Seuchen kommen oft zusammen. Entsprechend gilt auch hier wieder der Leitsatz, dass Tierhilfe in der sogenannten “Dritten Welt” immer auch “Menschenchutz” ist. Klar, die emotionale Seite spielt natürlich eine große Rolle.
Kinder, die nichts besitzen, außer ihren Hund, kann dieser, so er gerettet wird, gerade in schweren Zeit viel Stütze geben.
Insgesamt wurden fast 600 kranke Tiere behandelt, Maßnahmen gegen Tierparasiten durchgeführt, Verhütungsspritzen gesetzt. Etwa 200 Tiere wurden vor dem sicheren Ertrinken gerettet, des Weiteren auch 25 Wiltiere, die dem Wasser ausgeliefert gewesen wären. Bei den vielfältigen Transporten wurden aber auch von der Regierung zur Verfügung gestellte Lebensmittel an die Bevölkerung mit verteilt, dort wo unsere Ehrenamtlichen eh unterwegs waren.
In einem kurzfristigen Hilferuf unterstütze uns keine Institution, weder In-noch ausländisch 600,- Euro aus Deutschland, davon ein guter Teil aus direkten Spenden von Mitgliedern des Deutschen Tierhilfswerkes, jetzt Aktion Tier, ermöglichte es uns, diese Hilfsaktion kurzfristig auf die Beine zu stellen. Das Geld ging hauptsächlich in den Kauf der entsprechenden Medikamente.
Und so gab es am Ende nicht nur für die Solidargemeinschaft Huhn und Katze eine Happy End. Man stelle sich nur die Freude von Menschen am sprichwörtlichen Ende der Welt vor, die registrieren, dass in den Momenten größter Not auch einfach einmal unerwartete Hilfe von Außen kommt.

                                                               Stefan Hebele

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